8.5.2012 | Amtshaus Wien Neubau | "Mohn und Gedächtnis"

Mitwirkende:
Cello: Hannah Schwegler
Lesung und Wissenschaftliche Begleitung: Anna Babka/Peter Clar

Die Frage, wie man nach der Barbarei des Holocaust weiterhin Gedichte schreiben oder sich überhaupt der Hervorbringung von Kunst widmen könne, hat auch zwei herausragende KünstlerInnen der Nachkriegszeit beschäftigt, Paul Celan und seine Kollegin und Freundin Ingeborg Bachmann. Beide sind mit kritischen Texten im Rückbezug auf Nationalsozialismus und Totalitarismus hervorgetreten. Der kürzlich veröffentlichte Briefwechsel zwischen Bachmann und Celan gibt einen sehr persönlichen Einblick in deren Beziehung, in Befindlichkeiten, die aus der unterschiedlichen Betroffenheit der beiden im Hinblick auf die historischen Begebenheiten hervorgehen. Indem wir Stellen aus dem Briefwechsel aber auch Gedichte aus dem Oeuvre der beiden zu Wort kommen lassen, durchdrungen von Stücken mit Cello, wollen wir sowohl der Schönheit der Sprache, der Musik wie auch der Erinnerung an den 8. Mai Raum geben und so eine andere Art des Gedenkens gestalten: Mohn und Gedächtnis eben oder: „Erreichbar, nah und unverloren blieb inmitten der Verluste dies eine: die Sprache“ (Paul Celan).

Dienstag, 8. Mai, 18:00 Uhr
Festsaal des Amtshauses Wien Neubau
Hermanngasse 24-26
1070 Wien